Über die Autorin

Claudia Priewasser ist Buchautorin und Mutter einer Tochter. Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten in Oberösterreich und bekam 2011 im Alter von 36 Jahren unerwartet eine Brustkrebsdiagnose. Nach langjährigen Recherchen zum Thema hat sie mit ihrem Buch Diagnose Brustkrebs in Österreich, Deutschland und der Schweiz ein Projekt gestartet, das Menschen Wissen zur Vorbeugung gegen Krebs vermitteln soll.

 

Dabei verfolgt sie vor allem zwei Ziele:

 

1. Bei gesunden Menschen das Interesse für krebshemmende Ernährung zu wecken.

 

Ein besonderes Anliegen ist es ihr, mit dem Buch möglichst viele Menschen zu erreichen, um damit den Unterschied zwischen allgemein gesunder und gezielt krebshemmender Ernährung bewusst zu machen: Hätten Sie gewusst, dass Sie mit dem Granatapfel, Kurkuma, Ingwer und vielen weiteren bestimmten Lebensmitteln täglich gegen Brust-, Prostata- oder Darmkrebs vorbeugen könnten?

 

2. Eigeninitiative von Krebspatienten in der Nachsorge, um Rückfälle zu vermeiden.

 

Sehr viele Krebspatienten verlassen sich in der Nachsorge zu sehr auf Medikamente der Krebstherapie – ein großer Fehler. Die Wenigsten wissen, dass sie mit entsprechender Ernährung, Sport und einem ausgewogenen Lebensstil einen wesentlichen Teil zur Heilung beitragen könnten. Die größten Heilungschancen bestehen darin, Schulmedizin und alternative Behandlungsmethoden gleichermaßen zu nutzen und zu kombinieren.

Hier finden Sie ein ausführliches Interview mit der Autorin, geführt von FitundGesund.at.

 

FitundGesund.at: Frau Priewasser, worum geht es in Ihrem Buch?

 

Frau Priewasser: Krebs ist eine Krankheit, von der immer mehr Menschen betroffen sind. Die aktuelle Zahl der jährlichen Brustkrebs-Neuerkrankungen liegt alleine im deutschsprachigen Raum bei über 80.000. In vielen Fällen endet die Krankheit tödlich, da der Krebs zu spät entdeckt wird und dadurch über Jahre die Möglichkeit hatte, Metastasen zu bilden bzw. andere Organe mit Krebszellen zu befallen.

Auch ich bekam im Mai 2011 im Alter von 36 Jahren völlig unerwartet eine Brustkrebsdiagnose. Kurz nach der Operation und der Therapie im Salzburger Brustzentrum begann ich, intensiv über das Thema zu recherchieren und Daten aus Studien und Büchern zum Thema Krebs zusammenzufassen. Ich nahm Kontakt zu weltweit führenden Krebsforschern auf und kam dabei an Informationen aus erster Hand.

Dabei stellte sich heraus, dass Krebs in vielen Fällen durch einen ausgewogenen Lebensstil und vor allem mit einer gezielten Ernährung verhindert werden könnte. Im Buch Diagnose Brustkrebs sind all meine Erkenntnisse in Form eines sehr leicht verständlichen Ernährungsprogramms zusammengefasst, das jeder Mensch 1:1 umsetzen kann.

Dabei geht es aber nicht darum, strikt nach einem vorgegebenen Plan krebsvorbeugende Lebensmittel zu essen, sondern viel mehr diese neben einer normalen Ernährung gezielt in den Alltag als "tägliche Medizin" mit einzubauen.

 

FitundGesund.at: Stichwort: krebshemmende Lebensmittel - Inwieweit kann die richtige Ernährung die Heilung von Krebs beeinflussen?

 

Frau Priewasser: Richtige Ernährung kann nicht nur die Heilung von Krebs beeinflussen, sondern kann auch dafür sorgen, dass die Bildung eines Tumors grundsätzlich verhindert wird.

Krebs entsteht immer von einer einzigen Zelle, die durch einen Virus, einer Strahlung oder einem chemischen Stoff von außen angegriffen wird. Der gesunde Organismus entdeckt eine geschädigte Zelle durch sogenannte NK-Zellen. Diese natürlichen Killerzellen zwingen eine entartete Zelle zur sogenannten Apoptose, auch „programmierter Zelltod” genannt. Ist das menschliche Immunsystem geschwächt, scheitert dieser Reparaturprozess und infizierte Zellen beginnen sich zu teilen.

Damit sich aus geschädigten Zellen ein Tumor entwickeln kann, beginnt der Organismus Blutgefäße zu bilden, welche Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Dieser Vorgang wird Angiogenese genannt. Auf die Dauer führt sie zur Bildung eines Tumors und in weiterer Folge zur Entstehung von Metastasen bzw. zur Absetzung von Krebszellen im gesamten Organsystem.

Die in meinem Buch beschriebenen Lebensmittel haben die erstaunliche Fähigkeit, die Angiogenese zu verhindern.

Unsere Ernährungsgewohnheiten spielen eine weit größere Rolle bei der Entstehung von Krebs, als dies von vielen angenommen wird. Vordenker zu diesem Thema ist Prof. Dr. med. Richard Béliveau vom Krebsforschungszentrum in Montreal/Quebec. Seit Jahrzehnten forscht er dort mit seinem Team an natürlichen Pflanzenprodukten, die krebshemmende Substanzen enthalten.

In zahlreichen Versuchen konnte mehrfach bewiesen werden, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Aufnahme dieser bestimmten Lebensmittel und der Entwicklung von Krebs besteht. Dieses Wissen ist von unschätzbarem Wert, leider erreicht es unglücklicherweise aber großteils nur Menschen, die bereits mit einer Krebsdiagnose konfrontiert sind und beginnen, Recherchen durchzuführen bzw. sich erst nach der Diagnose mit diesem Thema auseinandersetzen.

 

FitundGesund.at: Welche Lebensmittel sind besonders empfehlenswert?

 

Frau Priewasser: Hervorzuheben sind vor allem die Familie der Kreuzblütlergewächse, wie Brokkoli, Brokkolisprossen und alle verwandten Kohlsorten. Durch die enthaltenen Senföle werden im Körper Mechanismen in Gang gesetzt, die ein Krebswachstum verhindern können. Sulforaphan, einer der wichtigsten Inhaltsstoffe schafft es zum Beispiel, Krebsstammzellen abzutöten. Diese sind resistent gegen eine Chemotherapie, was der Grund vieler Rückfälle ist, da der Tumor nach einiger Zeit erneut zu wachsen beginnt. Speziell im Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat man bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs, einer sehr aggressiven Art von Krebs, mit Sulforaphan hervorragende Behandlungserfolge erzielt.

Aber auch Gewürze wie Kurkuma, Ingwer oder der Granatapfel haben ein außergewöhnliches Potential, wenn es darum geht, Krebs zu stoppen.

 

FitundGesund.at: Was sollten Betroffene vermeiden?

 

Frau Priewasser: Die Grapefruit gilt zwar laut vielen Berichten als sehr gesunde Frucht, allerdings erhöht sie den weiblichen Östrogenspiegel, was zu einem 30 Prozent erhöhten Brustkrebsrisiko führt. Frauen, die an einem hormonabhängigen Brustkrebs erkrankt sind, sollten daher die Zitrusfrucht vermeiden!

Grapefruit enthält zudem die Stoffe Naringenin und Bergamottin. Durch diese können eingenommene Medikamente eine unkontrollierte Konzentration im Blut erreichen, was zu schwerwiegenden Wechselwirkungen führen kann!

 

FitundGesund.at: Wie kann Krebs vorgebeugt werden? Was ist wichtig?

 

Frau Priewasser: Wenn es um die Themen Krebsvor- und Nachsorge geht, muss man äußerst gründlich sein! Wichtig ist ein effizientes Gesamtkonzept. Gesund zu leben bedeutet in unserer heutigen Gesellschaft für viele Menschen leider nur, Obst und Gemüse mehr oder weniger auf den wöchentlichen Speiseplan zu stellen und das ist definitiv zu wenig. Um eine Krankheit wie Krebs zu heilen oder sie von vornherein zu verhindern, ist es notwendig, eine gezielte tägliche Dosis an krebshemmenden Substanzen zu sich zu nehmen und das mit maximaler Effektivität!

Die Wirkung der genannten Nährstoffe kann durch die Kombination mit einer zweiten Komponente extrem intensiviert werden. Kurkuma z.B. erreicht durch die Zugabe von schwarzem Pfeffer und etwas Olivenöl eine vielfache krebshemmende Wirkung. Weiters kommt es auf die richtigen Fette und Öle an:

 

  • Omega-3 Fettsäuren sind z.B. entzündungshemmend
  • Omega-6 Fettsäuren dagegen sind entzündungsfördernd bzw. begünstigen die Entwicklung von Krebs

 

Was äußerst wichtig ist, auch für Vegetarier und Veganer, auf eine ausreichende Selenversorgung zu achten! Selen ist ein essentielles Spurenelement, also absolut notwendig für unseren Organismus. Ein Mangel an Selen ist die Ursache vieler Krebserkrankungen. Essen Sie 2-3 Paranüsse pro Woche, es sind die besten Selenlieferanten!

Ich empfehle darüberhinaus 3 x pro Woche 30 bis 45 Minuten mäßiges Ausdauertraining z.B. auf einem Crosstrainer. In Studien konnte bewiesen werden, dass dies zu einem 20 bis 30 Prozent geringeren Krebsrisiko führt und das Wiedererkrankungsrisiko stark gesenkt werden kann. Krankengymnastik oder ein Spaziergang alleine sind zu wenig, man sollte auch mal richtig ins Schwitzen kommen!

 

FitundGesund.at: Was raten Sie Krebspatienten?

 

Frau Priewasser: Machen Sie nicht den Fehler und verlassen Sie sich einzig und alleine nur auf die Medikamente der Krebstherapie. Für einen Onkologen ist es unmöglich, für jeden Patienten ein optimales Therapiekonzept zu entwickeln, denn Krebs ist eine äußerst komplexe Krankheit mit den verschiedensten Ursachen. Helfen Sie vor allem selber aktiv mit, die Krankheit in den Griff zu bekommen! Wenn zur Standardbehandlung krebshemmende Lebensmittel unterstützend wirken können, wird das Rückfallrisiko verringert und Sie haben bessere Chancen auf eine vollständige und langfristige Genesung.

Die beste Nachsorge beginnt mit einer aktiven Suche nach den Ursachen, die womöglich Auslöser für die Erkrankung gewesen sind! Die einzige Chance die bleibt, ist den Körper täglich mit Nährstoffen zu versorgen, die wie eine „natürliche Dauerchemotherapie“ wirken, Entzündungen hemmen und dadurch vor Krebs schützen.

 

Nutzen Sie dazu ab sofort jeden Tag!